Gustav Kuhn

Künstlerischer Leiter, Dirigent und Opernregisseure,
Intendant der Tiroler Festspiele Erl, Direktor der Accademia di Montegral

Biographie

In seiner Geburtsstadt Salzburg erhält Gustav Kuhn schon als Kind Violin- und Klavierunterricht. Später besucht er die Universitäten und Akademien in Salzburg und Wien und schließt 1970 sein Studium für Komposition und Dirigieren sowie sein Doktorat in Philosophie und Psychopathologie ab. Seine Fähigkeiten als Dirigent perfektioniert er durch die Zusammenarbeit mit Hans Swarowsky, Bruno Maderna und Herbert von Karajan.

Gustav Kuhns Laufbahn beginnt 1970 in Istanbul. Anschließend arbeitet er an zahlreichen Opernhäusern in ganz Europa, sowie als Musikdirektor des Orchesters und der Oper Bern, als GMD des Orchesters der Beethovenhalle und des Opernhauses Bonn und als Chefdirigent und künstlerischer Leiter an der Oper in Neapel und Rom.

1977 feiert er mit Elektra sein Debüt an der Wiener Staatsoper. Richard Strauss wird zu einem überaus wichtigen Fixpunkt in Kuhns Karriere - dirigiert er doch im Laufe seiner 30-jährigen Laufbahn alle großen Werke und auch weniger bekannte Stücke des Komponisten.

Ende der siebziger Jahre und während der achtziger Jahre wird Gustav Kuhn an zahlreiche weltbekannte Theater und Opernhäuser engagiert. Sein Ruf als Mozartinterpret festigt sich durch Così fan tutte am bayerischen Nationaltheater in München, Don Giovanni am Londoner Covent Garden, Die Entführung aus dem Serail beim Glyndebourne-Festival und durch Le nozze di Figaro und La clemenza di Tito bei den Salzburger Festspielen. Fidelio an der Lyric Opera in Chicago, Tannhäuser an der Scala in Mailand und Ermione beim Rossini Opernfestival in Pesaro ergänzen seinen Ruf als "Klassiker".
Schwerpunkt seiner Laufbahn wird Neapel. Am Teatro San Carlo feiert er 1977 mit Der Rosenkavalier sein Debüt. Es folgen Opern von Wagner und Strauss wie LohengrinTannhäuserSaloméAriadne auf Naxos und Capriccio. Als Regisseur und Dirigent etabliert er sich mit Parsifal undLa Bohème. Seit 1997 ist er künstlerischer Leiter des Orchesters Filarmonica Marchigiana.

Gustav Kuhn arbeitet auch mit unzähligen anderen berühmten Orchestern; Wiener Philharmoniker, Berliner Philharmoniker, London Philharmonic, London Symphony, Royal Philharmonic, Orchestre National de France, Tschechische Philharmonie, Tonhalle Zürich, Staatskapelle Dresden, Israel Philharmonic Orchestra, Orchestra dell'Accademia di Santa Cecilia (Rom), Filarmonica della Scala (Mailand), Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino (Florenz) sowie mit etlichen Rundfunkorchestern Europas und sämtlichen staatlichen Orchestern Italiens. Zahlreiche seiner Aufnahmen sind bei BMG, CBS, Capriccio, Supraphon, Orfeo, Koch/Schwann, ARTE NOVA, Oehmsclassics und col legno erschienen.

Seit 1986 hat Gustav Kuhn sich auch als Regisseur einen Namen gemacht. Nach seinem Debüt mit Der fliegende Holländer in Triest inszeniert er Parsifal und La Bohème in Neapel, Don Carlos in italienischer und französischer Fassung bei der 250 Jahrfeier des Teatro Reggio in Turin und die drei Mozart-Opern Così fan tutteDon Giovanni und Le nozze di Figaro beim Festival in Macerata. Mit der Regie des Guntram von Richard Strauss bei den Richard-Strauss-Tagen 1998 gelingt es ihm, ein bisher für nicht inszenierbar gehaltenes Stück zu verwirklichen. Seither hat er bei den Tiroler Festspielen mit großem Erfolg den Ringzyklus sowie Die FledermausElektraTristan und Isolde und Parsifal produziert. Für das Nationaltheater in Tokio erarbeitete er Carmen.

1993 schreibt Kuhn ein Buch mit dem Titel Aus Liebe zur Musik (Henschel Verlag, Berlin).

Zusammen mit Lucio Dalla und Beppe d'Onghia komponiert er Sala 500, was in Florenz im Sala Cinquecento des Palazzo Vecchio 1996 uraufgeführt wird.
1997 gründet er die Tiroler Festspiele Erl, deren künstlerische Leitung er seit 1998 innehat.

1999 folgt die Uraufführung der von Kuhn und d'Onghia geschriebenen Missa Intergalactica bei den Tiroler Festspielen Erl.
Seit 2003 ist er künstlerischer Leiter des Orchester Haydn Bozen/Trient. 
Seit 2004 arbeitet er an der Opéra National de Paris: 2004 dirigierte er den Troubadour, 2005 Così fan tutte, 2006 La Clemenza di Tito und wiederum Così fan tutte.

Anfang des Jahres 2007 kommt dort Leos Janaceks Tagebuch eines Verschollenen in der Orchestrierung von Gustav Kuhn zur Aufführung.  
Im Rahmen seiner Tiroler Festspiele Erl bringt Gustav Kuhn 2007 Der Ring der Nibelungen, Tristan und Parsifal zur Aufführung. Im Jahre 2009 folgen Wagner`s Die Meistersinger von Nürnberg und Fidelio von Ludwig van Beethoven. 2010 wird neben Mozart´s Die Zauberflöte, Wagner`sDer fliegende Holländer aufgeführt während 2011 Der Tannhäuser zur Aufführung gebraucht wird. Gustav Kuhn instrumentiert zahlreiche Werke. Darunter zählen Janacek`s Tagebuch eines Verschollenen für großes Orchester und Thuille`s Streichquartett in A-Dur für Streichorchester. Beide Werke sind im Edition Peters-Verlag erschienen. Darüber hinaus instrumentiert er das Streichquartett in A-Dur von Richard Strauss für Streichorchester.

In seiner wenigen Freizeit ist der Maestro ein leidenschaftlicher Segler. Er hat an zahlreichen internationalen Segelwettbewerben teilgenommen und war für die Olympischen Spiele nominiert.

 

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